Was bedeuten 5 Gramm Mikroplastik pro Woche wirklich?

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Kreditkarte neben einem Glas Wasser als Illustration einer umstrittenen Hochrechnung, keine persönliche Mengenmessung

Das Bild einer Kreditkarte ist einprägsam. Genau deshalb möchte ich bei der Frage nach 5 Gramm Mikroplastik pro Woche genauer hinsehen. Die Zahl wurde durch eine WWF-Veröffentlichung von 2019 bekannt. Als feste wöchentliche Aufnahme gehört sie heute nicht auf unsere Notizkarte.

Aktualisiert am 11. September 2026: Wir haben die frühere Einordnung korrigiert. Auch die Ersatzschätzung und die Tabelle mit angeblichen Wochenmengen wurden entfernt, weil wir sie nicht ausreichend belegen konnten.

Was sagt die WWF-Studie wirklich aus?

Die WWF-Veröffentlichung von 2019 machte aus einer Hochrechnung ein weltweit bekanntes Bild. Eine Hochrechnung ist aber keine Messung dessen, was du persönlich aufnimmst.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beurteilt die Fünf-Gramm-Schätzung als um Größenordnungen zu hoch. Ein zentraler Kritikpunkt ist die angenommene Partikelgröße bei der Umrechnung in Gewicht. Eine verlässliche allgemeine Wochenmenge lässt sich daraus nicht nennen.

Deshalb steht auf meiner Notiz jetzt ein Fragezeichen. Ich möchte eine starke Zahl nicht durch eine andere ersetzen, nur damit die Geschichte einfacher klingt.

Woher kommen die Mikroplastik-Partikel überhaupt?

Eintrag in die Umwelt und Aufnahme durch Menschen sind unterschiedliche Fragen. Die EU-Kommission unterscheidet unter anderem absichtlich zugesetzte Mikropartikel und unbeabsichtigte Freisetzung, etwa aus größeren Kunststoffteilen oder verlorenen Industriepellets. Daraus folgt keine persönliche Dosis.

Mikroplastik wurde in Lebensmitteln und Wasser nachgewiesen. Laut BfR kann auch Wasser aus Glasflaschen Partikel enthalten; Verschlüsse und Abfüllprozesse kommen als Quellen infrage. „Glas statt PET“ ist deshalb kein Beleg für ein mikroplastikfreies Getränk.

Sind 5 Gramm Mikroplastik gesundheitlich problematisch?

Eine nicht belastbare Mengenangabe eignet sich nicht zur Risikoberechnung. Die EFSA-Übersicht zu Mikro- und Nanoplastik in Lebensmitteln, aktualisiert am 29. Juni 2026, beschreibt weiterhin begrenztes Wissen zu Aufnahme und möglichen Gesundheitsfolgen. Sie ordnet ältere Bewertungen und neuere Arbeiten ein. Das ist keine allgemeine Entwarnung und kein Beleg für eine persönliche Wochenmenge.

Auch die Studie von Leslie und Kollegen aus 2022 braucht ihren Kontext: Sie untersucht Kunststoffpartikel im Blut. Sie belegt weder eine wöchentliche Fünf-Gramm-Aufnahme noch, dass unser Produkt gesundheitliche Folgen verhindert.

Was kannst du im Alltag bewusst verändern?

Für mich beginnt das bei greifbaren Gewohnheiten, nicht bei einem Versprechen über deinen Körper:

  • Wiederbefüllen: Nutze einen geeigneten, gut gereinigten Mehrwegbehälter lange weiter, wenn er zu deinem Alltag passt.
  • Verpackung ansehen: Brauchst du für den nächsten Einkauf tatsächlich eine neue Einwegflasche? Unsere neun Verpackungsideen helfen beim Überlegen.
  • Produktangaben lesen: Frage nach, welche Materialien enthalten sind und worauf eine Aussage wie „plastikfrei“ bezogen ist.
  • Wäsche bewusst pflegen: Beachte Pflegeetikett und Dosierung. Aus einem bestimmten Waschmittel lässt sich keine garantierte Verringerung deiner Mikroplastik-Aufnahme ableiten.

Ich möchte, dass eine Umstellung praktisch zu dir passt: weniger Verpackungen im Regal, ein Behälter, den du gern wieder benutzt, eine Routine, die du beibehalten möchtest. Das ist der konkrete Anspruch.

Was tut die EU gegen Mikroplastik?

Die EU-Kommission beschreibt zwei unterschiedliche Regelungen: Die REACH-Beschränkung von 2023 betrifft absichtlich zugesetztes Mikroplastik und hat je nach Anwendung unterschiedliche Übergangsregeln. Die Verordnung EU 2025/2365 gegen Pelletverluste wurde im November 2025 angenommen. Sie ist also nicht mehr lediglich ein Vorschlag in Beratung.

Für Details verlinke ich die laufend aktualisierte Behördenübersicht. Eine einzelne Jahreszahl würde den unterschiedlichen Pflichten und Fristen nicht gerecht.

🌿 Warum unser Karton statt Plastikflasche

Unsere Wasch- und Spülmaschinenblätter kommen in plastikfreier Karton-Verpackung. Damit meinen wir die Verpackung. Ein mikroplastikfreies Getränk oder weniger Plastik im Körper können wir damit nicht versprechen.

Unsere Waschblätter ansehen →

Was ich daraus für MamaWillow mitnehme

Mich beschäftigt das Thema weiterhin. Aber die Belege müssen zur Aussage passen – auch wenn eine vorsichtigere Formulierung weniger spektakulär klingt. Wenn sich eine frühere Einordnung nicht halten lässt, möchte ich sie sichtbar korrigieren.

Fazit: Vermeiden, ohne Panik

Die Kreditkarte bleibt eine Frage, keine persönliche Wochenbilanz. Für MamaWillow konzentriere ich mich auf das, was wir konkret beschreiben können: unsere Produkte, ihre Materialien und ihre Verpackung. Die wissenschaftliche Bewertung verlinke ich dir zum Nachlesen.

Mit Liebe, Lena von MamaWillow

Häufig gestellte Fragen

Sind fünf Gramm pro Woche gesichert?

Nein. Das BfR kritisiert die Hochrechnung als deutlich zu hoch.

Welcher Ersatzwert ist richtig?

Wir geben keine pauschale Wochenmenge an.

Verspricht MamaWillow weniger Plastik im Körper?

Nein. Unsere Aussagen zur plastikfreien Karton-Verpackung sind keine Gesundheitsversprechen.